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8. Januar 2017 Thema:

Biatain® Ibu

Produktvorstellung: Biatain® Ibu von Coloplast

Der Schaumverband mit Ibuprofen für schmerzhafte Wunden

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Beschreibung der Wundauflage

Biatain® Ibu ist ein weicher, flexibler, absorbierender Polyurethanschaumverband mit einem hohen Tragekomfort. Die abgeflachten Ränder der Auflage reduzieren das Risiko von Druckstellen. Biatain® Ibu ist der erste und einzige Verband, der ein feuchtes Wundmillieu schafft, kombiniert mit lokaler, kontinuierlicher Freisetzung von Ibuprofen. Der Schaumverband basiert auf der bewährten 3-D-Polymerstruktur von Biatain® und ergänzt ein exzellentes Exsudatmanagement.

Wie wird das Ibuprofen auf die Wunde abgegeben und wie wirkt dieses?

Bei Kontakt mit Exsudat gibt die Wundauflage kontinuierlich über die Tragezeit den Wirkstoff, d.h. eine geringe Ibuprofendosis, an die Wunde ab. In der gesamten Schaummatrix ist homogen 0,5mg / cm² Ibuprofen verteilt. Durch die schnell einsetzende Schmerzlinderung, wird die Lebensqualität erhöht. In einer Studie wurde die Lebensqualität der Patienten gemäß des WHO-5 Fragebogens zum Wohlbefinden untersucht. Die Behandlung mit Biatain® Ibu ergab bei allen Kriterien eine signifikante Verbesserung des Wohlbefindens. unbenannt3 Vergleichsstudien (s. Abschnitt weiter unten) zeigten eine Verringerung der Wundschmerzen bei Patienten, die mit Biatain® Ibu versorgt wurden, im Vergleich zu Verbänden ohne Ibuprofen.

 Der %-Anteil der Patienten, die am Abend über eine klinisch relevante Schmerzreduktion berichteten ist signifikant höher bei der Behandlung mit Biatain Ibu Schaumverband

Der %-Anteil der Patienten, die am Abend über eine klinisch relevante Schmerzreduktion berichteten ist signifikant höher bei der Behandlung mit Biatain Ibu Schaumverband

 

Anwendungsbereiche

Der Polyurethanschaumverband kann bei einem weitem Spektrum von exsudierenden Wunden eingesetzt werden:

Kontraindikation

  • Tiefe Wunden
  • trockene Wunde
  • Erkrankungen bei denen Ibuprofen kontraindiziert sind
  • Schwangerschaft und stillende Mütter
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Ibuprofen

Weitere Anwendungshinweise

  • Anwendung unter Kompression möglich
  • kann mit einem Hydrogel kombiniert werden, falls kein feucht-ideales Wundmilieu besteht – ansonsten keine Abgabe von Ibuprofen an die Wunde
  • benötigt eine Fixierung, Bsp. Mullbinde
  • kann bis zu 7 Tage auf der Wunde belassen werden. Auch über diese Zeitspanne wird Ibuprofen an die Wunde lokal abgegeben
  • Biatain® Ibu ist auch als sanft-haftend erhältlich – mit sanfter Klebeschicht, welche weniger als 50% der Schaumoberfläche bedeckt.

Klinische / Outcome Studien

  • Fogh K, Andersen M, Bischoff-Mikkelsen M, Bause R, Zutt M, Schilling S, Schmutz JL, Borbujo J, Jimenez JA, Cartier H, Jørgensen B. Klinisch relevante Schmerzreduktion durch einen Ibuprofen-Freisetzenden Schaumverband: Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie bei exsudierenden, schmerzhaften venösen Beinulzera. Wound Repair and Regeneration 2012(6):815-21. Abstractdeutsche Zusammenfassung
  • Jørgensen, B., Friis, G.J., Gottrup, F. Pain and quality of life for patients with venous leg ulcers: Proof of concept of the efficacy of Biatain – Ibu, a new pain reducing wound dressing Wound repair and regeneration 2006. Vol. 14 (3) p. 333-339
  • Gottrup, F., Jørgensen, B., Karlsmark, T. et al. Less pain with Biatain – Ibu: initial findings from a randomised, controlled, double-blind clinical investigation on painful venous leg ulcers International Wound Journal 2007. Vol. 4 (suppl. 1) p. 24-34
  • Sibbald, R.G., Coutts, P., Fierheller, M. et al. A pilot (real-life) randomised clinical evaluation of a pain-relieving foam dressing: (ibuprofen-foam versus local best practice) International Wound Journal 2007. Vol. 4 (suppl. 1) p. 16-23

Biatain® Ibu anhand eines Patientenfallbeispieles

Patienten- und Wundanamnese

91-jährige Pat. mit einem Ulcus am rechten Unterschenkel / Außenseite, bestehend seit ca. einem Jahr, mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik. Pat. bekommt bereits Analgetika (Novalgin Tab.) verordnet, nimmt diese auch ca. eine Stunde vor Verbandswechsel selbstständig ein. Dennoch ist die Lebensqualtität durch anhaltende Schmerzen stark eingeschränkt. Bekannte CVI, Kompressionstherapie mittels handelsüblichen Kurzzugbinden wird tgl. durch ambulanten Pflegedienst angelegt. Pat. ist zudem kachektisch bei mangelendem Appetit. Eine hochkalorische Trinknahrung wurde bereits angeboten, wird jedoch auf Dauer abgelehnt. Eine weitere Diagnostik wünscht die Patientin nicht mehr. Daher steht im Vordergrund, neben der Abheilung des Ulcus, die Schmerztherapie, folglich daraus ein gesteigerter Lebensmut und verbesserte Eigenständigkeit im Alltag. Bisher wurde ein Schaumverband ohne Wirkstoff verwendet, im 2-tägigen Verbandswechselintervall. Wegen der Schmerzen wurde auf Biatain® Ibu umgestellt, nach Rücksprache mit dem zuständigem Hausarzt. Der Wundgrund des Ulcus ist sauber, eine Neigung zur Hypergranulation ist erkennbar. Die Exsudation ist wenig bis mäßig, serös. Der Wundrand ist unauffällig. Eine Ödembildung im Unterschenkel ist erkennbar. Pat. gibt auf der Numerischen-Rating-Skala Schmerzen (vor dem Verbandswechsel) im Bereich von 6 – 7 an, trotz vorheriger Einnahme von Analgetika (Novalgin Tab.)

Ausgangssituation: 1,8 x 1,3cm

Ausgangssituation: 1,8 x 1,3cm

 

Eine Woche später (02.11.2016)

1,7 cm x 1,0cm

1,7 cm x 1,0cm

Die Pat. gibt an, die vergangenen Tage, sowie beim heutigen Verbandswechsel keine Schmerzen zu haben. Vorhandene Hypergranulation ist rückläufig. Der Wundgrund ist sauber, keine Beläge vorhanden. Die Exsudation ist wenig / mäßig, serös. Eine fortlaufende Epithelisierung vom Wundrand ausgehend, sowie eine Stegbildung ist zu vermerken. In der Umgebungshaut sind punktuelle Rötungen erkennbar. Die Pat. wünschte eine Fixierung mittels einem Pflaster und nicht mit einer Mullbinde, vermutlich ist darauf die Reaktion zurückzuführen. Der Schaumverband wurde entsprechend der Wundgröße zugeschnitten.

Zwei Wochen später (08.11.2016)

1,0cm x 0,9cm

1,0cm x 0,9cm

Die Pat. gibt weiterhin Schmerzfreiheit an und ist mit Biatain® Ibu zufrieden. Der Ulcus verkleinert sich stetig

Fazit / Diskussion

Die Therapie mit Biatain® Ibu zeigt die lokale freisetzende Wirkung des Schmerzmittels Ibuprofen schon nach kürzester Zeit. Die Lebensqualität der Patientin, ohne anhaltende Schmerzen, konnte deutlich verbessert werden. Auf Grund des Alters der Patientin und vorhandene Multimorbidität mit Wundheilungsstörung dauert der Wundheilungsverlauf etwas länger. Dennoch konnte unter der Therapie mit dem Schaumverband innerhalb von drei Wochen eine Verbesserung und Verkleinerung der Wunde beobachtet werden. Letztendlich ist neben der Schmerzmilderung, durch das freisetzende Ibuprofen auf die Wunde, auch der psychologische Effekt nicht außer Acht zu lassen.

Danksagung

Die Bilder stammen von Ellipsa medical services GmbH, Regensburg Der Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von FA Coloplast erstellt.

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