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15. Januar 2016 Thema:

Pergamenthaut

Wundwissenlexikon: Die Pergamenthaut

Aufbau der Haut

Aufbau der Haut

 

Die Haut ist unser größtes Organ, je nach Körperregion verfügt sie über eine unterschiedliche Dicke. Wie jedes Organ hat auch die Haut spezielle Funktionen. Sie dient zum Schutz vor mechanischen, chemischen, thermischen Einflüssen und Krankheitserregern, Temperaturregulierung, Sinnesorgan, Immunfunktion und Infektkabwehr, Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts, absorbiert Sonnenlicht, sendet Geruchsbotschaften aus und dient auch als Kommunikationsfunktion. 

 

 

Diverse Einflussfaktoren können zu einer sehr dünnen Haut führen und die Elastizität kann stark nachlassen, die sogenannte Pergamenthaut. Gekennzeichnet ist die Pergamenthaut dadurch, dass sich oftmals die Adern deutlich unter der Haut abzeichnen, es ist kaum Unterhautfettgewebe vorhanden. Die Haut erscheint als „durchsichtig“. Wenn man die Haut mithilfe zweier Finger anhebt, bleibt meist eine Hautfalte bestehen und die Haut zeigt sich sehr trocken. Dies kann jedoch auch ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein!

Ursachen einer Pergamenthaut

Im fortgeschrittenen Alter wird die Haut bei jedem Menschen dünner, die Folge kann eine Pergamenthaut sein. Unser ganz natürlicher Alterungsprozess der Haut beginnt bereits mit Mitte 20 und ist kaum aufzuhalten, da helfen auch die besten Pflegeprodukte nur bedingt. Es können nicht nur ältere Menschen an einer Pergamenthaut leiden, sondern auch jüngere Menschen. Die Gründe hierfür können diverse medizinische Behandlungen, Medikamente und Erkrankungen sein. Beispiele hierfür sind:

Spezielle Körperpflege bei Pergamenthaut

Bei der Körperhygiene sollte darauf geachtet werden, dass (wenn vom Betroffenen auch toleriert) lauwarmes Wasser verwendet wird. Denn warmes Wasser trocknet die Haut zusätzlich aus, d.h. die bereits schon trockene Haut wird noch mehr ausgetrocknet. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass weiche Handtücher und Waschlappen verwendet werden. Zusätzlich sollte beim Abtrocknen auf trocken reiben der Haut verzichtet werden, vorsichtiges Abtupfen ist empfehlenswert. Des weiteren ist ratsam rückfettende Duschgels oder Duschöle zu verwenden.

Nicht jede Fettcreme ist auch für eine Pergamenthaut geeignet, auf die Zusammensetzung kommt es an. Für sehr trockene Haut eignet sich eine Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O), somit auch für die strapazierte, schuppige, juckende und pergamentartige Haut. Sie hilft, das gestörte Fett-Feuchtigkeitsgleichgewicht wieder herzustellen, Hautschädigungen wird so wirksam vorgebeugt und die natürlichen Funktionen angeregt. Bei allen Pflegeprodukten für die sehr dünne Haut ist besonders darauf zu achten, dass sich in den Produkten keine Konservierungs- und künstlichen Farbstoffe befinden, zudem müssen sie frei von Parfum und Alkohol sein. All diese Inhaltsstoffe würden die Haut noch zusätzlich austrocknen und empfindlicher machen.

Wichtig ist auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Wundbehandlung bei der Pergamenthaut

Bei einer Pergamenthaut, befindet sich die Haut in einem sehr empfindlichen Zustand. Vor allem an Stellen an denen die Haut von Natur aus besonders dünn ist, wie beispielsweise am Unterarm oder am Schienbein, kann es schnell zu Verletzungen kommen. Zum Teil ist die Haut so dünn, dass bereits ein leichter Stoß, eine leichte Reibung reicht, dass die Haut einreißt und mitunter sogar größere Wunden entstehen. Bereits das Lösen eines Pflasters kann in diesem Fall dazu führen, dass sich die Haut mit ablöst. Die stark eingeschränkte Regenerationsfähigkeit dieses Hauttyps führt erschwerend dazu, dass Wunden nur sehr langsam wieder abheilen.

Daher empfehlen sich Wundauflagen mit einer Silikonbeschichtung am Haftrand. Am besten eignen sich jedoch Wundauflagen, welche sanft-haftend und selbstklebend sind. Auf Fettgaze sollte verzichtet werden, denn der Fettgehalt in der Wundauflage trocknet nach einigen Stunden aus und die Auflage verklebt mit der Wunde. Dadurch ist kein atraumatischer Verbandswechsel gegeben und es entsteht ggf. eine Vergrößerung der bestehenden Wunde und dem Betroffenen fügt dies Schmerzen zu.

Ebenfalls sollte auf eine Fixierung mit einem Pflaster verzichtet werden, eine Mullbinde ist hierfür sehr gut geeignet. Ferner sollte die Wundauflage vorsichtig entfernt werden, ggf. auch angefeuchtet werden und parallel zur Haut entfernt werden.

 

Quellen:

Moderne Wundversorgung, 7. Auflage von Kerstin Protz
http://blog.rcs-pro.de

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