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21. September 2015 Thema:

Exsudat

Als Exsudation wird in der Medizin eine meist entzündliche Absonderung einer Wunde bezeichnet. Ob das Exudat serös (wässrig), gelblich, grünlich, bräunlich, aber auch rötlich (blutig) ist, hängt unter anderem von der eventuellen Keimbesiedelung in der Wunde ab. Um diese zu ermitteln, wird ein Abstrich von der Wunde durchgeführt. Dieser kann Aufschluss geben, ob eventuell eine antibiotische Behandlung sinnvoll ist und ob eine Wundauflage mit Silberanteil / antimikrobielle Substanz verwendet werden sollte.

Bestandteile des Exsudates und dessen Funktion

Das Exsudat enthält Beimengungen von Blut, Proteinen und Zellresten. Im Falle einer Entzündung auch Mikroorganismen, Leukozyten (weiße Blutzellen) und Makrophagen (körpereigene Fress- und Abwehrzellen).

Die Wunde versucht sich durch die Absonderung von Exsudat von Krankheitserregern (Keime) und abgestorbenem Gewebe selbst zu reinigen. Das Exsudat ist somit ein erwünschter Effekt in der Wundheilung. Des weiteren steuert die Exsudation zu einem feuchten Wundmilieus bei. Bei einer chronischen Wunde ist dies jedoch oftmals kontraproduktiv, da sehr oft auf Grund diverser Krankheiten (Chronisch venöse Insuffizienz, lymphathische Erkrankung, exulcerierenden Tumors oder einer Infektion) es zu einer übermäßig starken Exsudation führen kann.

Schorf (volkstümlich Grind, Borke, Bratze oder Wundschorf)

Unter Schorf bezeichnet man geronnenes Exsudat, welches eingetrocknet ist. Dadurch kommt es zu einer Krustenbildung. Dies geschieht sehr häufig bei einer Bagatellverletzung (bsp. Schürfwunde). Die Schorfbildung ist ein natürlicher Wundverschluss, der offene Wunden abdecken soll. Somit soll die Wunde vor Verschmutzung und Eindringen von Krankheitserregern geschützt werden.

Schorf enthält neben Fibrinfäden zahlreiche abgestorbene Haut- und Blutzellen. Die bräunliche Farbe des Schorfes ist auf Grund der eingelagerten Erythrozyten (rote Blutkörperchen).

Exsudatmanagement

Das Exsudatmanagement beinhaltet die Beurteilung und Regulierung des Exsudataufkommens. Darauf aufbauend erfolgt die Optimierung der Wundheilung, eine Infektionsbehandlung und –kontrolle, die Auswahl von angepassten Wundauflagen, die Reduzierung von Wundgeruch, der Einsatz eines adäquaten Hautschutzes, eine Anpassung der Kleidung und entsprechende Verbandsintervalle.

Es ist wichtig, dass Wundexsudat adäquat in seiner Menge, Beschaffenheit, Farbe und Geruch zu beurteilen. Denn das Ausmaß und die Beschaffenheit des Wundexsudates gibt Aufschluss auf eventuelle Probleme im Heilungsverlauf, aber auch in welchem Zustand und Wundheilungsstadium sich die Wunde befindet.

Ziel des Exsudatmanagements

Da das Exsudat eine hohe Bedeutung für die Wundheilung ist, ist das Ziel des Exsudatmanagements, das Erreichen eines feuchten Wundmilieus. Denn ohne Exsudat, keine Wundheilung. Dies führt zu einer Austrocknung der Wunde und behindert somit ein Fortschreiten der reparativen Prozesse.  Zu viel Exsudat wiederum kann die Wundheilung behindern und es ist ein guter Nährboden für Mikroorganismen gegeben. Zudem muss sich das Exsudatmanagement an Exsudat-bezogene Probleme wie z.B. Schmerzen, Geruch, Undichtdichkeit / Verschmutzungen und verzögerte Wundheilung orientieren.

Exsudatmanagement heißt somit

  • trockene Wunden müssen rehydriert werden
  • feuchte Wunden – Exsudat muss in der Wundauflage konserviert werden
  • nasse Wunden – Exsudat muss reduziert werden

Die Verbandswechselintervalle richten sich u.a. nach der Menge der Exsudation, grundsätzlich heißt es: „so häufig wie nötig, so selten wie möglich“

 

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