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25. März 2017 Thema:

Tracheostomakompressen

Trachealkompressen und deren richtigen Anwendung

 

Wie schon im ersten Artikel erwähnt gibt es eine Vielzahl von Tracheostomakompressen auf dem Markt. Daher können hier im 2. Teil des Artikels auch nur einige von diesen vorgestellt werden.

Die Auswahl der Tracheostomakompresse ist immer phasengerecht zu entscheiden, je nach Zustand des Tracheostoma (TS) und vor allem sollte hierbei das parastomale Trachealsekret berücksichtigt werden.

Bei einer Neuanlage eines TS wird eine sterile Tracheostomakompresse eingesetzt. Bis zur vollständigen Epithelisation der Wundränder egal ob chirurgisch / plastisch oder dilatativ angelegt. Bei einem schon länger vorhandenen Tracheostoma, welches sehr viel parastomales Sekret fördert, macht es bspw. keinen Sinn einen PU-Schaum einzusetzen. Da dieser sich in seiner Aufnahmekapazität sehr schnell erschöpft. Hier sind wiederum stark saugende Kompressen hilfreich.

Die Silberbeschichteten Kompressen haben zwar einen gewissen antibakteriellen Effekt, aber es ist wichtig zu wissen, dass hier auch kein Silber an das Tracheostoma und die Wundumgebungshaut abgegeben wird.  Die Kompressen sind sehr dünn und haben dadurch natürlich auch nur eine geringe Aufnahmekapazität. Bei einem geröteten oder gereizten Tracheostoma kann kurzfristig ein farbloses Antiseptikum eingesetzt werden, die Einwirkzeit sollte hier min.  5-10min betragen. Nach 14 Tagen Anwendung sollte man sich dann für eine andere Wundspüllösung entscheiden und auch hier die Einwirkzeiten berücksichtigen (je nach Hersteller, Beipackzettel).

Der Hautschutz ist zu beachten

Auch der Hautschutz spielt eine wichtige Rolle, mit einem Acrylatfilm und bestimmten Zinksalben kann man die Haut zusätzlich schützen. Die Haut muss bei Anwendung gereinigt und trocken sein. Zinkpasten sollten hier keine Anwendung finden, denn die spätere Entfernung dieser Pasten, ist für den Patienten in diesem sensiblen Halsbereich, sehr schmerzhaft. Auch Pilzsalben, die in diesem Bereich gern angewendet werden, bringen meistens überhaupt nichts. Sie werden eher von der Tracheostomakompresse aufgenommen oder durch das parastomale Sekret verflüssigt, in der Regel aber Beides.

Um die Wundsituation weiter zu verbessern können auch Hydrofaser ihre Anwendung finden. In Streifen geschnitten ca. 1cm und zirkulär um die Kanüle gewickelt, können Sie in einigen Fällen eine Staunässe am Tracheostoma gewährleisten. Hierbei darf allerdings kein Druck entstehen.



Die Streifen sollten 1-3 mal gewechselt werden, ein Wechsel darüber hinaus wäre aus ökonomischen Gesichtspunkten auszuschließen. Außerdem sollte natürlich evaluiert werden, ob diese Maßnahme eine grundsätzliche Besserung erzielt hat.

⇒ Des Weiteren darf keine Aspirationsgefahr für den Patienten bestehen !!!

Wenn ein extremer parastomalen Fluss an der Kanüle besteht, können auch sogenannte Sekretabscheider benutzt werden, hier wiederum empfiehlt es sich mit den Herstellern in Kontakt zu treten und Lösungen zu finden. Es gibt mittlerweile auch Kompressen mit Superabsorbern u.o. Anteilen, das Problem hier besteht dann wieder in der Finanzierung derer, denn Sie sind i. d. Regel kostenintensiv und sprengen dann schnell mal die  Versorgungspauschalen des zu behandelnden Patienten. Außerdem nehmen Sie visköses Sekret schwieriger auf als flüssigeres.

Wechselintervall

Alles in allem sollte jede Pflegekraft in jedem Dienst die T-Kompressen mind. 1x wechseln und sensibel beobachten wann ein Wechsel erforderlich ist und dazu natürlich regelmäßig eine aussagekräftige Wunddokumentation führen. In unserer Einrichtung werden alle Tracheostoma 1x im Monat mit Foto dokumentiert, auch die reizlosen damit kann man schnell reagieren wenn es zu Veränderungen kommt.

Verschiedene Tracheostomakompressen

  • PermaFoam® (Hartmann AG): die hautaufliegende Seite: weiß, Besonderheiten: Universal Schlitz passt auch bei PEG‘S und SpvK‘s, sehr gute Sekret/Flüssigkeitsverteilung.

 

  • Tracheostomy Stoma Pad (covidien™): die hautaufliegende Seite: weiß, Besonderheiten: guter Halt an der Kanüle, durch den gezackten Schlitz.

 

  • Tracheostomy (Rüsch): die hautaufliegende Seite: weiß, Besonderheiten: hat eine Karton/Papierverstärkung an der nicht hautaufliegenden Seite, diese kann abgezogen werden um eine bessere Adaption der Kompresse an das Tracheostoma zu ermöglichen.

 

  • Prima-Foam (Heimomed): die hautaufliegende Seite: spielt hier keine Rolle der Schaum kann von beiden Seiten Sekret aufnehmen.

 

  • Metalline® (Lohmann und Rauscher): die hautaufliegende Seite: grau/silberfarben, Besonderheiten: mit Aluminiumbeschichtung, um ein Verkleben zu vehindern, schnell erschöpft bei viel beiläufigen Trachealsekret.

 

  • Prima-Plus MC (Heimomed): die hautaufliegende Seite: metallic-silber. Besonderheiten: mit Aluminiumbeschichtung, um ein Verkleben zu verhindern, schnell erschöpft bei viel beiläufigen Trachealsekret.

 

  • Sensotrach® Duo Slit (Fahl): die hautaufliegende Seite: mit den türkisen Fäden, Besonderheiten: gibt es als einlagige und zweilagige Kompresse.

 

  • Tracheal-Kompressen (Tracoe): die hautaufliegende Seite: glänzend, Besonderheiten: gibt es als einlagige und zweilagige Kompresse.

 

  • TC500 Trachealkompresse (sanabelle): die hautaufliegende Seite: glänzend, Besonderheiten: gezackter Schlitz, gibt es als einlagige und zweilagige Kompresse.

 

  • A-Tex Trachealkompresse (Dahlhausen): die hautaufliegende Seite: mit dem schwarzen Streifen Besonderheiten: länger als herkömmliche Trachealkompressen, besonders gut geeignet für Patienten mit sehr viel beiläufigen Trachealsekret.

 

  • Batil T (Heimomed): die hautaufliegende Seite: weiß. Besonderheiten: länger als herkömmliche Trachealkompressen, besonders gut geeignet für Patienten mit sehr viel beiläufigen Trachealsekret.

 

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Text und Fotos von Sebastian Kruschwitz
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Autor dieses Beitrags: Sebastian Kruschwitz

Wundexperte/Pflegetherapeut Wunde ICW, Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung, Fachbereichsleitung Wundmanagement, ZBI-Gruppe in Berlin

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