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5. Juni 2016 Thema:

Folienverband

Verbandsstoffkunde: Folienverband

Ein semipermeabler Folienverband (ohne Saugkissen!) besteht (meist) aus einer Polyurethanfolie, die häufig mit einem hypoallergenen Polyacrylatkleber beschichtet ist. Die Folie ist hauchdünn, elastisch und transparent. Das Material ist wasserdampf- und sauerstoffdurchlässig, aber wasserdicht, sowie bakterien- und teilweise virendicht (je nach Produkt). Es findet jedoch keine Exsudataufnahme statt!

Erhältlich gibt es die Folie als Rolle (unsteril), als auch als sterile primäre Wundabdeckung. Inzwischen ist diese auch mit hautfreundlicher Silikonbeschichtung oder ohne Polyacrylatkleber und latexfrei verfügbar.

Vorteile:

  • Duschen ist möglich, ebenfalls Schutz der eigentlichen Wundauflagen vor Flüssigkeiten (Urin / Stuhl)
  • Da der Folienverband transparent ist, kann die Wunde dadurch beobachtet werden
  • In der Regel gut hautverträglich

Indikation

  • Dienen als Wundabdeckung bei nicht und gering exsudierenden Wunden
  • Abdeckung von trockenen, primär heilenden Wunden (z.B. Schürfwunden)
  • Schutz vor Sekundärinfektionen
  • zur zusätzlichen Verbandsfixierung (Alginat, Hydrogel, Schaumverband)
  • Schutzverband bei frisch epithelisierten Wunden
  • semiokklusive Anwendung topische Lokalanästherika (z.B. EMLA® Creme)
  • Schutz vor Sekundärinfektionen

CAVE! Folien senken die Dampfdurchlässigkeit bei außen beschichteten Wundauflagen – ggf. hier nur den Rand mit Folienstreifen fixieren!

Kontraindikation:

Anwendungstipps

Die Folie ist mit einem Polyacrylatkleber beschichtet. Um eine bessere Haftung zu entwickeln, empfiehlt es sich, nach dem Aufbringen den Folienverband mit der Hand für einen kurzen Moment zu erwärmen.

Viele Produkte haben mehrere Trägerfolien, die nach einer bestimmten Reihenfolge entfernt werden müssen. Daher ist es ratsam die entsprechende Packungsbeilage bei der ersten Anwendung zu lesen.

Die letzte Trägerfolie sollte langsam und nicht unter Spannung abgezogen werden, ansonsten entstehen Falten und Kanten.

Die Folie lässt sich atraumatisch ablösen. Dies geschieht durch stückweises Überdehnen der Folie parallel zur Haut. Um Scherkräfte zu vermeiden, sollte die Haut unterhalb der Folie durch Handauflage gestützt werden. 

Produktbeispiele:

  • Leukomed® T von BSN medical, Als Pflaster in verschiedenen Größen mit Polyacrylatkleber
  • Askina® Derm von B.Braun, Verbesserte Wasserdampfdurchlässigkeitsrate (MVTR), Fixierung von intravenösen Kathetern, als Sekundärverband beim Einsatz von bsp. Askina® Gel, Prontosan® Wound Gel oder Salben
  • Mepitel® Film von Mölnlycke Health Care, mit Safetac-Technologie, haftet ohne Kleber auf der Haut. kann nicht als Primärfixierung für intravenöse Zugänge, Kanülen, Ports oder andere Infusionsgeräte und/oder lebenserhaltende Geräte verwendet werden.
  • Opsite Flexifix / Gentle von Smith & Nephew, Flexifix: optimales Abmessen der benötigten Länge durch „Gitterkontur“ der Trägerfolie, damit besonders wirtschaftlich Gentle: mit Silikongelbeschichtung, für sehr empfindliche Haut geeignet und kann repositioniert werden!
  • Tegaderm™ Roll von 3M mit hypoallergenem Acrylatkleber
  • Fixomull transparent von BSN medical mit Polyacrylatkleber, sehr hautfreundlich – auch für empfindliche Haut geeignet

 

Quellen:

- "100 neue Fragen zu Wundbehandlung" von Susanne Danzer und Anke Bültemann
- "Moderne Wundversorgung", 7. Auflage, von Kerstin Protz
- "Kompendium Wundbehandlung", 22. Auflage, von Bernd v. Hallern
- http://www.wunduhr.de

 

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