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20. Oktober 2016 Thema:

Lasertherapie

Wundwissenlexikon: Lasertherapie

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Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation – Lichtverstärkung durch stimulierende Emmision von Strahlung

 

Erste medizinische Anwendungen der Lasertechnik gab es bereits wenige Jahre nach der Erfindung des Lasers im Jahre 1960. So untersuchte Endre Mester bereits im Jahre 1963 an der Semmelweis Universität in Budapest den Einfluss von Laserstrahlung auf Gewebe insbesondere im Hinblick auf eine mögliche karzinogene Wirkung der Laserstrahlung. Dazu bestrahlte er Mäuse an Hautstellen, welche vorher durch Rasieren der Haare zugänglich gemacht wurden. Die Ergebnisse seiner Experimente interpretierte er dahingehend, dass die untersuchten Laser keine karzinogene Wirkung hatten, sondern auch, dass die Haare der Mäuse in der Behandlungsgruppe deutlich schneller regenerierten als in der Kontrollgruppe. In weiteren Untersuchungen will er auch eine verbesserte Epithelisation schlecht heilender Wunden gefunden haben. Mester veröffentlichte seine Ergebnisse ab 1967 in mehreren Publikationen.

Unterschiedliche Lasergeräte

Je nach Ausgangsleistung unterscheidet man

High Power Laser / High Level Laser / Hardlaser

  • Intensitätsbereich > 1 Watt, meist 5 – 10 Watt
  • ausschließlich thermische Wirkung (schneiden, koagulieren, abtragen)
  • Einsatz in bsp. Chirurgie, Ophtalmologie, Neurochirurgie

MID – Laser

  • Emmissionsstärke im zweistelligen mW-Bereich (ca. 70mW)
  • Eindringstiefe von ca. 5cm
  • Anwendung im physiotherapeutischen Bereich

Low Level Laser / Low Power Laser / Softlaser

  • Intensitätsbereich 5 – 500 mW (MegaWatt)
  • ausschließlich athermische Wirkungsweise – Stimulationseffekte
  • Eindringstiefe von ca. 4mm
  • Einsatz in der Medizin als Therapielaser bsp. bei Wundheilungsstörungen, Durchblutungsstörungen, Schmerzzuständen, Entzündungen

Wirkmechanismus des Low Level Laser

  • Regulationstherapie – durch die Bestrahlung wird der Stoffwechsel der Zellen beeinflusst. In der Zelle werden verschiedene biochemische Vorgänge aktiviert, die der Abwehr der Erkrankung und in der Folge der Heilung dienen.
  • Förderung der Wundheilung – Das vom Gewebe absorbierte Laserlicht bewirkt eine bessere Verfügbarkeit von ATP (Adenosintriphosphat), welches der Treibstoff der Zelle ist. Durch die Aktivierung des Zellstoffwechsels wird die Teilungsrate der Fibroblasten und Epithelzellen beschleunigt, die Aktivität der Makrophagen gefördert und die Phagozytose gesteigert. Desweiteren ist eine Verminderung des Infektionsrisikos gegeben.
  • Schmerzlindernde Wirkung – Die Freisetzung von schmerzhemmenden Biomediatoren bzw. Neurotransmitter (Serotonin, Endorphine) wird gefördert. Die Freisetzung schmerzauslösender bzw. schmerzvermittelnder Biomediatoren (Bradykinin, Prostaglandine) wird gehemmt.
  • Entzündungshemmende und abschwellende Wirkung – Die oben angeführten Biomediatoren haben auch eine antiphlogistische (entzündungshemmende) und durch die Verbesserung der Mikrozirkulation antiödematöse (abschwellende) Wirkung. Durch die Steigerung der Makrophagenaktivität wird zusätzlich die lokale Abwehrlage verbessert.

Behandlungsablauf

Die Low-Level-Lasertherapie wird bei der Wundbehandlung sowie bei vielen Indikationen der Schmerztherapie lokal angewendet. Dabei wird das betroffene Areal für eine bestimmte Zeit bestrahlt. Die Bestrahlung kann je nach Indikation als Flächen- oder Punktbestrahlung durchgeführt werden.

Vorteile der Low Level Lasertherapie

  • Nebenwirkungsfrei – daher auch sehr gute Verträglichkeit der Therapie
  • durch konsequenten Einsatz können Materialkosten (Verbandsstoffe) und Arbeitszeit reduziert werden
  • Reduziert die Schmerzen bei akuten Schmerzzuständen, meist schon nach der ersten Anwendung ⇒ dadurch auch Steigerung der Lebensqualität
  • Risiko einer Wundinfektion wird vermindert
  • Schwellungen und Ödeme werden vermindert

Indikationen (Beispiele)

  • Ulcus cruris und damit verbundene Schmerzen
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Erysipel
  • Druckstellen von Prothesen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verbrennungen / Erfrierungen
  • Verätzungen
  • Herpes simplex und Herpes zoster und einhergehende Schmerzen

Quellen:

- http://www.wikipedia.de
- http://www.wundbehandlungspraxis.at
- http://www.wbz.at
- https://www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Veranstaltungen/2015/Laendle_Pflegeforum/Einsatzmoeglichkeiten_der_Low_Level_Lasertherapie_-_Franz_Gebetsberger.pdf

 

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