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24. April 2015 Thema:

Nekrose

Grundwissen: Was ist eigentlich eine Nekrose?

 

Das örtlich begrenzte massenhafte Absterben von Gewebezellen innerhalb des lebenden Organismus wird als Nekrose bezeichnet. Eine Nekrose ist daher ein avitales Gewebe und gilt deshalb als Störfaktor für die Wundheilung. Diese fördern ein bakterielles Wachstum und unterbinden gleichzeitig die Bildung

Geschlossene Nekrosenbildung bei einem Dekubitus

Geschlossene Nekrosenbildung bei einem Dekubitus

von Granulationsgewebe. Des weiteren ist eine adäquate Beobachtung des Wundgrunds nicht möglich, es lässt sich eine Infektion oder eine Unterminierung tieferer Gewebsschichten nicht rechtzeitig erkennen. Unter der Nekrose kann ein infiziertes Gewebe eingekapselt sein und eine Sepsis (Blutvergiftung) herbeiführen. Eine nekrotische Wunde ist charakterisiert durch schwarze, harte (trockene) oder gelblich, festhaftende (feuchte) Beläge.

Ursachen

  • chemische Zerstörung der Zellstruktur: Gifte z.B. Säuren, bakterielle Ausscheidungen bei Infektionen
  • thermische Zerstörung der Zellstruktur: Schädigung durch Hitze oder Kälte (Verbrennung / Erfrierung)
  • mechanische Zerstörung der Zellstruktur: Ischämie

Therapieziel und Therapie

Da eine Nekrose ein Störfaktor für die Wundheilung ist, ist es von großer Notwendigkeit diese zu entfernen. Das Abtragen wird Debridement genannt. Hierbei gibt es verschiedene Formen eines Debridements:

  • Mechanisches Debridement
  • Chirurgisches Debridement
  • Enzymatisches Debridement
  • Biochirurgisches Debridement
  • Autolytisches Debridement
  • Ultraschall Debridement

Die sanfteste Entfernung  in der modernen Wundversorgung ist die Verwendung eines Hydrogels. Hydrogele durchfeuchten die Nekrose und nehmen abgestorbenes Gewebe und Bakterien auf und schließen sie ein. Beim Verbandwechsel werden die Beläge dann einfach entfernt. Diese Vorgehensweise nennt sich auch autolytisches Debridement.

Achtung!

Bei Patienten mit einer schweren hochgradigen arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) sollte mit äußerster Vorsicht eine Entfernung der Nekrose vorgegangen werden. Die Nekrose zeigt sich bei pAVK trocken. Da diese Patienten stark Infektionsgefährdet sind und die Wunde sich mangels Durchblutung nicht verschließen kann. Nach einer Wiederherstellung der Durchblutung (Revaskularisation – Gefäßbypass oder -dilation) können die Nekrosen abgetragen werden. Bis dahin sind nur trockene Verbandswechsel durchzuführen!

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Autor dieses Beitrags: Lisa Spreitzer

Lisa Spreitzer - Autorin auf Wundwissen.info. Altenpflegerin, Praxisanleiterin, Wundexpertin nach ICW und Pain Nurse. Tätig im Wundaußendienst bei der Firma Ellipsa medical services GmbH.

Website des Autors: https://www.wundwissen.info

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