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22. Oktober 2015 Thema:

Mazeration

Wundwissen Lexikon: Was ist eine Mazeration?

Eine Mazeration ist eine Aufweichung des Gewebes durch längeren Kontakt mit einer Flüssigkeit. Dies geschieht oftmals in Regionen der Haut mit ungünstigen Mikroklima, den sogenannten Haut-auf-Haut Regionen, wie z.B. Leistengegend, Analfalte, Auflagefläche der Brüste und Zehenzwischenräumen. Eine übermäßige Schweißproduktion begünstigt ebenfalls eine Mazeration, sowie anhaltender Kontakt mit Urin (Windeldermatitis) und länger andauernde Vollbäder. Eine starke sezernierende Wunde fördert gleicherweise die Mazeration des Wundrandes und der Umgebungshaut. Die mazerierte Haut zeigt sich weiß und wasserhaltig. Gleichermaßen bietet dies einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze.

Mazerierte oberste Hautschicht nach langem Vollbad

Mazerierte oberste Hautschicht nach langem Vollbad

Komplikation Mazeration des Wundrandes – was tun

Exsudatmanagement

Da der Wundrand anlässlich einer starken Exsudation mazeriert und es dadurch zu einer Vergrößerung der Wunde führen kann, muss die Wundauflage angepasst werden, ebenfalls der Verbandswechselintervall. Der Verband sollte eine hohe Aufnahmekapazität haben, der das Exsudat mittig in den Verbandsstoff ableitet. Eine Möglichkeit hierfür ist der Einsatz von Hydrofaser. Diese Auflage kann eine große Menge an Exsudat aufnehmen, nebenbei wird die Flüssigkeit horizontal aufgesaugt und verhindert eine vertikale Exsudataufnahme, sodass der Wundrand geschützt wird.

Hautschutz / Wundrandschutz

Zu einem adäquaten Exsudatmanagement mit inbegriffener Anpassung des Verbandsmaterials ist obendrein der Wundrand- und Hautschutz von großer Bedeutung, um einer Mazeration entgegenzuwirken. Die Aufgabe eines Wundrandschutzes obliegt eine vorbeugende Versorgung über mehrere Tage hinweg gegenüber Exsudat, sowie eine Vermeidung von mechanischen Reizen (z.B. Entfernung eines klebenden Verbandes).

In der Vergangenheit wurden zum Schutz völlig andere Ansätze gehandhabt – Pasten, Gerb- und Farbstoffe wurden verwendet. Pasten haben den Nachteil, dass eine eingeschränkte Atmungsaktivität vorliegt, ebenfalls lassen sich diese schwer entfernen. Dadurch kann der Wundrand nur schwer beurteilt werden. Gerb- und Farbstoffe bringen größere Nachteile mit sich. Die Substanzen wirken teilweise zelltoxisch und können die Wundheilung verzögern. Zudem entsteht eine sehr starke Verfärbung der Haut, sodass auch hierbei der Wundrand über längere Zeit nicht beurteilt werden kann.

In der modernen Wundversorgung gibt es von vielzähligen Herstellern verschiedene Produkte. Aus der Vielzahl der Produktpalette hebt sich jedoch ein Hautschutz mit Acrylat – Terpolymeren aus mehreren Gründen hervor. Der Artikel wurde als zuverlässiger und hypoallergener Schutz unter Haftplatten in der Stomatherapie bekannt. Es wird auf den Wundrand aufgetragen und trocknet innerhalb kürzester Zeit zu einem hauchdünnen Schutzfilm. Gleichzeitig sollten keine Cremes oder Salben angebracht werden, da fetthaltige Substanzen die Wirkung aufheben können. Produkte aus Acrylat – Terpolymeren zeigen sich transparent (eine adäquate Beurteilung des Wundrandes ist möglich!), atmungsaktiv, nicht zytotoxisch, kein Alkohol, keine mechanische Entfernung notwendig, ein Schutz bis zu 72 Std. ist gegeben, sowie einfache und gezielte Applikation. Das Acrylat – Terpolymer gibt es in verschiedenen Darreichungsformen – als Schaumstoffapplikator („Lolly“) oder als Spray.

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