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29. Oktober 2015 Thema:

Malum perforans

Wundwissen Lexikon: Was ist ein Malum perforans?

Ein Malum perforans ist ein Ulcus oder eine Hyperkeratose an belastenden Stellen, wie der Fußsohle, der Ferse und der Zehen, als Folge einer Polyneuropathie, welche durch die Grunderkrankung Diabetes mellitus hervorgerufen wird. Somit wird ein Malum perforans auch als Diabetisches Fußsyndrom bezeichnet. Im Gegensatz zu einem Ulcus cruris besteht keine wesentliche Durchblutungsstörung.

Malum perforans an der Ferse

Malum perforans an der Ferse

Ursachen und Entstehung eines Malum perforans

Voraussetzung ist eine Polyneuropathie für die Entwicklung eines Malum perforans, dadurch kommen alle Krankheiten, die eine periphere Nervenschädigung auslösen können, als Ursache in Betracht. Ausschlaggebend ist jedoch Diabetes mellitus, jedoch auch Vitamin-B12-Mangel und übermäßiger Alkoholgenuss.

Hinsichtlich der Nervenschäden und der damit verbundenen Sensibilitätsstörung der Haut, sowie reduziertes Schmerzempfinden, kommt es zu Fehlbelastungen des Fußes. An den Hautstellen, die beim Gehen besonders belastet werden, wie z.B. der Ferse, der Fußballen und den Zehenspitzen, kommt es zuerst zur Bildung von Hyperkeratosen – sog. Hornhautschwielen. An diesen Stellen ist die Haut über den Knochen nur mit wenig Fettgewebe geschützt. Auf Grund des fehlenden Schmerzempfinden werden kleinste Verletzungen der Haut nicht rechtzeitig wahrgenommen, so dass sich schnell ein Geschwür bilden kann an den vorgeschädigten Arealen.

Komplikationen

Diabetiker leiden oftmals an Mikroangiopathie, dadurch können Zellen aus dem Blut das Gewebe schlecht erreichen. Somit besteht eine Störung der Wundheilung und es ist eine Eintrittspforte für eine Vielzahl von Keimen gegeben. Ein Malum perforans kann ohne richtige Behandlung sich schnell auf die Knochen ausdehnen, welche sich im schlimmsten Fall infizieren kann (Gefahr einer Osteomyelitis!). Demgemäß führt dies zu einer Amputation.

Therapie eines Malum perforans

An erster Stelle steht die Behandlung der Grunderkrankung, die der Polyneuropathie zu Grunde liegt. Da dies oftmals ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus ist, muss dieser adäquat eingestellt und behandelt werden. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt in der Behandlung eines Malum perforans ist die absolute und konsequente Druckentlastung des defekten Areales. Dies wird am besten durch einen speziellen orthopädischen Entlastungsschuh oder durch spezielle Einlagen erreicht. Wird zwischendurch ein normaler Schuh getragen, auch nur für ein paar Minuten, können weitere Hautareale durch die Druckfehlbelastung geschädigt werden. Parallel zur Druckentlastung muss auch eine Abtragung der Hyperkeratosen durch geschultes Personal (Arzt oder Podologe) regelmäßig erfolgen. Obendrein muss eine adäquate Wundauflage angewendet werden. Auf Grund des hohen Infektionsrisikos ist eine antimikrobiell wirkende Wundauflage ratsam.

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