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5. September 2018 Thema:

Lymphfistel

Grundwissen auf Wundwissen: Die Lymphfistel

 

Eine Lymphfistel ist die Bezeichnung für die Öffnung eines Lymphgefäßes an der Körperoberfläche, speziell bei Operationen in Körperregionen mit vielen Lymphgefäßen kann sich eine Lymphfistel bilden.

Ursache

Die Ursache der Entstehung einer postoperativen Fistel ist die Durchtrennung einer Lymphbahn oder eines Lymphknotens mit relativ großem Lymphfluss. In der Leistengegend kommunizieren tiefes und oberflächiges Lymphsystem durch die Verbindung von oberflächigen und tieferen Lymphknoten, hier ist bei einer Läsion mit einem starken Lymphfluss zu rechnen.

In den kleinen Lymphgefäßen kommt es durch Gerinnung zur Stase. Die Inzidienz bei einem gefäßchirurgischen (eher bei einer arteriellen Operation als bei einer venöser) Eingriff liegt bei ca. 2%.

Lymphfisteln entstehen auch zusammen mit einer Lymphorrhö (Lymphausfluss aus größeren Lymphgefäßen) nach Verletzung einer Lymphzyste.

Das Exsudatmanagement bei postoperativen persistierenden Lymphfisteln gestaltet sich oft schwierig, denn die abgesonderte Flüssigkeitsmenge kann bis zu drei Litern pro Tag betragen!

Diagnostik

Aus der Operationswunde, mit vorliegender Dehiszenz, tritt eine klare Flüssigkeit aus. Die Lymphflüssigkeit ist weißlich und klar, Serumflüssigkeit dagegen gelblich. Die Operationswunde ist am Anfang nicht infiziert, nachweisbar durch den fehlenden Keimbefall.

Liegt keine Dehiszenz vor, so kann sich eine Lymphzyste bilden.

Komplikationen

Über die Lymphfistel können Keime in den Körper eindringen und somit ist ein hohes Infektionsrisiko gegeben, wodurch sich widerum ein Erysipel bilden kann. Eine septische Ruptur eines rekonstruierten artieriellen Gefäßes ist möglich, jedoch sehr selten.

Immer wieder kommt auch eine Wundheilungsstörung vor.

Therapie

Die Therapie einer Lymphfistel ist vielseitig. Bei einer ausbleibenden Spontanheilung innerhalb weniger Tage mittels sterilen Druckverband, kann die Therapie von einer straffen Kompression über prophylaktisches Verkleben und operative Sanierung bis zur Strahlentherapie (bei Lymphfisteln in der Leistenregion) reichen.

In den letzten Jahren hat sich jedoch die Unterdrucktherapie als aussichtsreiche Möglichkeit bewährt, einerseits für ein effizientes Exsudat- und Infektionsmanagement und andererseits als minimalinvasive konservative Therapieoption für die Sanierung der Lymphfistel. Laut einer Studie von Norbert Fortner liegt die Erfolgsrate bei 100%, die Behandlungsdauer zwischen 1 – 36 Tagen bei unterschiedlicher Sogstärke.

 

 

Quellen:

- http://www.wikipedia.de
- https://www.researchgate.net/publication/242720472_die_vac_R_therapie_bei_postoperativ_persistierenden_lymphfisteln_und_lymphozelen_nach_gefasschirurgischen_eingriffen_-_erste_ergebnisse
- "Die operative Lymphfistel und Lymphzyste" von E.Krause, Z. Varady

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