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5. November 2015 Thema:

Feuchtigkeitswunde

Wundwissen Lexikon: Feuchtigkeitswunde

Eine Feuchtigkeitswunde, auch genannt als feuchtigkeitsbedingte Läsion, entsteht in Hautarealen mit ungünstigen Mikroklima – in den sogenannten Haut-auf-Haut Regionen. Diese sind beispielsweise in den Zehenzwischenräumen, in der Analfalte, in der Bauchfalte bei adipösen Menschen, in der Leistengegend, sowie die Auflagefläche der Brüste. Eine Feuchtigkeitswunde entsteht durch eine vorangegangene Mazeration der Haut. Ursache ist eine übermäßige Schweißproduktion, Urin, Stuhlgang bzw. Durchfall, aber auch eine mangelnde Hygiene und falsche Anwendung von Cremes oder Salben.

 

Feuchtigkeitswunde im Zehenzwischenraum

Feuchtigkeitswunde im Zehenzwischenraum

 

Feuchtigkeitswunde oder doch Dekubitus – wie differenzieren sich diese voneinander?

Die häufigste Lokalisation einer feuchtigkeitsbedingten Läsion ist die Analfalte. In der Praxis wird diese daher sehr oft mit einem Dekubitus verwechselt. Es ist davon auszugehen, dass ca. 72% der benannten Dekubiti in der Analfalte eigentlich Feuchtigkeitswunden sind.

Aussehen einer feuchtigkeitsbedingten Läsion:

  • erkennt sich in der Regel nur oberflächig (Infektionen können jedoch Größe und Tiefe der Läsion verändern) und ist gut durchblutet
  • unregelmäßige Form, zahlreiche oberflächige Hautdefekte
  • Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Feuchtigkeitswunde mit einer Nekrose versehen
  • kann jedoch auch auf Knochenvorsprüngen auftreten, nur wenn jedoch Druck und Scherkräfte ausgeschlossen werden können!
  • Die Wundränder sind typischerweise unregelmäßig und durch Reibung eingerissen / zerklüftet
  • Die Wundumgebung weißt eine Mazeration auf, ebenfalls ist eine Rötung erkennbar und die Haut ist feucht
  • Ursache ist immer Feuchtigkeit, aber auch ggf. hinzukommende Reibung

Aussehen eines Dekubitus:

  • Entsteht über Knochenvorsprüngen, jedoch auch an Stellen, wo weiches Gewebe zusammengedrückt wird (z.B. Urinbeutel, Ernährungssonden, Brillen, Hörgeräte,…)
  • hat eine regelmäßige (meist runde) Form und ist auf eine Stelle begrenzt
  • teilweiser bis zum vollständigem Verlust der Haut ist möglich
  • Eine Nekrose kann vorhanden sein
  • Ursache ist immer Druck, Zeit, Schub- und Scherkräfte

Therapie

Da eine vorangegangene Hautfeuchtigkeit mit einhergehender Mazeration eine Feuchtigkeitswunde begünstigt, ist es von Notwendigkeit die Hauptursache zu beseitigen. Wie bereits erwähnt, entstehen feuchtigkeitsbedingte Läsionen oftmals in der Analfalte auf Grund von Urin, Stuhlgang und Schwitzen. Infolgedessen sollte ein regelmäßiger Inkontinenzmaterialwechsel mit adäquater Intim- und Hautpflege durchgeführt werden, sodass eine Hauttrockenheit gewährleistet ist. Als Wundauflage ist ein Schaumverband empfehlenswert. Hier eignen sich selbstklebende Schaumverbände sehr gut, da diese keine weiteren Hautschädigungen verursachen durch den oftmals zu stark klebenden Haftrand. Zudem geben Patienten beim Verbandswechsel weniger Schmerzen an, denn oftmals zeigt sich die Umgebungshaut durch die Hautfeuchtigkeit und den Haftrand der Wundauflage irritiert.

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